Miltschitz

foto Josef Spìváèek

 
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MILTSCHITZ

Das Dörflein mit seinen sieben großen Bauern und den acht Häuslern war eingebettet in einen Kranz von Obstbäumen. In der geschützten Südlage gediehen Apfel, Birnen und Zwetschgen vorzüglich. Die Obsternte deckte nicht nur den Eigenbedarf, ein Teil wurde an Kunden aus den höher gelegenen Orten wie Rehberg und Haidl a. A. verkauft.

Da der Ort sehr stark auf Albrechtsried hin ausgerichtet war, fehlten ein Laden und ein Gasthaus. Frau Maria Niebauer vom Goschnan Häusl führte die Trafik, Franz Niebauer betrieb eine Schneiderei. Eine Kapelle inmitten des Dorfes und eine am Wege nach Bergen (Salusch) waren Ausdruck für die religiöse Einstellung und die religiösen Bindungen dieser Bauersleute.

Unten am Leitenbach stand die Wenisch Mühle. Das Wasser des Baches wurde in einem Teich gesammelt und trieb dann das Mühlrad. Weiter bachaufwärts waren vor 50 Jahren noch einige Mauerreste zu sehen. Hier soll einst eine zweite Mühle gestanden haben, in der Schindeln geschnitten wurden. Andere Leute dagegen meinen, das alte Gemäuer habe zu einem Ziegelstadel gehört.

Hinter Miltschitz wurde im Oktober 1938 die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei gezogen, denn in Bergen überwog die tschechisch sprechende Bevölkerung und Albrechtsried wurde erst später zu Deutschland geschlagen. Jahrhunderte alte Beziehungen waren plötzlich unterbrochen.


Aus dem Buch: Im Lande der künischen Freibauern. Heimatbuch für den mittleren Böhmerwald, Verlag Morsak, Grafenau 1980, 2. Auflage.