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MILTSCHITZ
Das Dörflein mit seinen sieben großen
Bauern und den acht Häuslern war eingebettet in einen Kranz
von Obstbäumen. In der geschützten Südlage gediehen Apfel,
Birnen und Zwetschgen vorzüglich. Die Obsternte deckte nicht
nur den Eigenbedarf, ein Teil wurde an Kunden aus den höher
gelegenen Orten wie Rehberg und Haidl a. A. verkauft.
Da der Ort sehr stark auf Albrechtsried hin
ausgerichtet war, fehlten ein Laden und ein Gasthaus. Frau
Maria Niebauer vom Goschnan Häusl führte die Trafik, Franz
Niebauer betrieb eine Schneiderei. Eine Kapelle inmitten des Dorfes und eine am Wege nach Bergen (Salusch)
waren Ausdruck für die religiöse Einstellung und die
religiösen Bindungen dieser Bauersleute.
Unten am Leitenbach stand die Wenisch Mühle.
Das Wasser des Baches wurde in einem Teich gesammelt und
trieb dann das Mühlrad. Weiter bachaufwärts waren vor 50
Jahren noch einige Mauerreste zu sehen. Hier soll einst eine
zweite Mühle gestanden haben, in der Schindeln geschnitten
wurden. Andere Leute dagegen meinen, das alte Gemäuer habe
zu einem Ziegelstadel gehört.
Hinter Miltschitz wurde im Oktober 1938 die
Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Tschechoslowakei
gezogen, denn in Bergen überwog die tschechisch sprechende
Bevölkerung und Albrechtsried wurde erst später zu
Deutschland geschlagen. Jahrhunderte alte Beziehungen waren
plötzlich unterbrochen.
Aus dem Buch: Im Lande der künischen Freibauern. Heimatbuch für den
mittleren Böhmerwald, Verlag Morsak, Grafenau 1980, 2. Auflage.
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